Vom Versandlager zum Fulfillment-Hub
Wie Primus Versand mit dem VS/4 und AutoStore skaliert
Fulfillment ist längst mehr als ein Zusatzgeschäft. Wer heute Waren nicht nur selbst versendet, sondern auch für externe Partner abwickelt, braucht belastbare Abläufe - im Lager, in der Warenwirtschaft. Automatisierte Technik allein reicht dafür nicht aus. Entscheidend ist, wie Daten, Bestände und operative Schritte zusammengeführt werden.
Wenn Wachstum neue Antworten verlangt
Die Primus Versand GmbH aus Geldern kennt diese Situation gut. Die AutoStore-Anlage, ein automatisiertes Kleinteilelager, bei dem Ware in Boxen gelagert und gezielt zu den Mitarbeitenden gebracht wird, war für die Textil-Eigenmarke bereits etabliert. Schnell, kompakt, zuverlässig. Doch mit der Entscheidung, zusätzlich externe Partner als Fulfillment-Dienstleister anzubinden, änderte sich die Ausgangslage.
Plötzlich ging es nicht mehr nur um das eigene Sortiment. Unterschiedliche Artikelstrukturen, wechselnde Lieferanten,
neue Retourenlogiken - und das alles bei gleichbleibendem Anspruch an Tempo und Transparenz.
Wo Automatisierung gesteuert wird
Die Lösung lag nicht allein im Lager. Sie entstand dort, wo Technik, Warenflüsse und kaufmännische Abläufe zusammenlaufen - im ERP-System. Erst an dieser Stelle wird aus Automatisierung ein verlässlicher Prozess, der sich steuern,
auswerten und erweitern lässt.
Denn im Alltag stellen sich sehr konkrete Fragen:
- Wie werden Artikelstammdaten im ERP so gepflegt, dass sie für Lagertechnik und Fulfillment direkt nutzbar sind?
- Wie werden Lieferantenanlieferungen frühzeitig angekündigt?
- Wie lassen sich Wareneingänge kontrolliert verbuchen, ohne den Durchsatz zu bremsen?
- Wie können Retouren sofort korrekt abgerechnet werden - auch vor der Aufbereitung?
- Und wie bleibt all das beherrschbar, wenn externe Fulfillment-Kunden hinzukommen?
Genau diese Rolle übernimmt bei der Primus Versand GmbH das D&G-Versandhaus-System VS/4. Das ERP-System der D&G-Software GmbH verbindet die bestehende AutoStore-Anlage mit den vorgelagerten und nachgelagerten Abläufen - vom Artikelstamm über den Wareneingang bis hin zu Faktura und Retourenabwicklung.
Das VS/4 fungiert dabei nicht als isoliertes Verwaltungssystem, sondern als operative Schaltzentrale. Alle relevanten Informationen laufen hier zusammen, werden geprüft, weitergegeben und in konkrete Lagerbewegungen übersetzt. So bleibt das Tagesgeschäft beherrschbar - auch dann, wenn zusätzliche Fulfillment-Auftraggeber angebunden werden.
Saubere Daten sind kein Nebenthema
Ein zentraler Baustein ist das Artikel-Interface. Sämtliche Stammdaten, wie Maße, Gewichte, Bezeichnungen und logistische Attribute, werden strukturiert ins das VS/4 übernommen und von dort an die Lagertechnik weitergereicht.
Das klingt banal. Ist es aber nicht.
Denn nur wenn diese Daten vollständig und konsistent vorliegen, kann AutoStore effizient arbeiten: Boxen optimal befüllen, Ports korrekt andienen, Umlagerungen automatisiert vorbereiten. Fehler an dieser Stelle wirken sich später teuer aus - durch Umwege, manuelle Korrekturen oder unnötige Stillstände.
Lieferantenanmeldung statt Überraschung
Ein weiterer Punkt - Lieferanten-Avise: Bei Primus werden diese per Interface von den unterschiedlichen Auftraggebern an das VS/4 gemeldet. Die einzulagernde Ware ist also bekannt, bevor sie physisch eintrifft. Der Effekt im Tagesgeschäft ist bekannt. Wareneingänge lassen sich planen, Kapazitäten vorbereiten, Prioritäten setzen. Kein hektisches Improvisieren mehr am Tor. Stattdessen ein kontrollierter Übergang vom Lieferanten ins eigene Lager.
Wareneingang mit klarer Logik
Der eigentliche Wareneingang erfolgt scannergestützt. Die Ware wird zunächst auf ein Sperrlager gebucht. Das ist kein Umweg, sondern ein bewusst gesetzter Kontrollpunkt. Nach der Prüfung auf Vollständigkeit, Qualität und Abweichungen erfolgt die Umlagerung. Rollwägen werden ins AutoStore-System überführt. Erst dann gelangen die Artikel in den automatisierten Bestand. Diese Trennung sorgt für Sicherheit. Und sie schafft Klarheit für alle Beteiligten.
Retouren: Geschwindigkeit zählt
Retouren sind im Versandhandel Alltag. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Bei Primus werden Rücksendungen ebenfalls per Scan auf das Sperrlager gebucht. Der Clou: Kundinnen und Kunden erhalten ihr Geld sofort zurück. Unabhängig davon, ob der Artikel bereits wieder verkaufsfähig ist. Nach einer möglichen Aufbereitung wird die Ware erneut ins AutoStore-Lager eingelagert. Das VS/4 sorgt dafür, dass AutoStore die Sperrbestände berücksichtigt und gezielt Boxen an die Ports bringt, an denen Ware nachgelagert werden kann. Das Ergebnis: schnelle Gutschriften, klare Bestände, kein manuelles Nachsteuern.
Nicht alles gehört ins AutoStore
Ein wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird: Automatisierung ist kein Alles-oder-nichts-Prinzip. Bei Primus sind im AutoStore ausschließlich A- und B-Artikel gelagert. Schnell drehende Ware, hohe Zugriffszahlen. Langsamdreher hingegen liegen in klassischen Regalen. Gepickt wird dort per Handscanner. Diese Bereiche sind vollständig in das VS/4 integriert. Bestände, Buchungen, Nachschub ? alles folgt derselben Logik. Nur das physische Handling unterscheidet sich. Das macht das Gesamtsystem flexibel. Und wirtschaftlich.
Ware-zum-Mensch statt Laufwege
Im Versandprozess selbst zeigt sich die Stärke der Integration besonders deutlich. Die Faktura meldet den Bedarf per Interface an AutoStore. Daraufhin sortiert das System die Boxen so vor, dass sie nacheinander am Port ankommen.
Mitarbeitende entnehmen die Ware. Ohne Suchzeiten. Ohne Laufwege. Klassisches Ware-zum-Mensch-Verfahren - aber eingebettet in einen durchgängigen Datenfluss.
Gerade im Fulfillment für externe Partner ist das ein echter Vorteil. Unterschiedliche Aufträge lassen sich parallel abwickeln, ohne Komplexität ins Team zu tragen.
Fulfillment als skalierbares Geschäftsmodell
Mit der Kombination aus AutoStore und dem VS/4 hat Primus Versand die Basis geschaffen, um als Fulfillment-Dienstleister zu wachsen. Neue Auftraggeber lassen sich anbinden, ohne jedes Mal die Abläufe neu zu erfinden.
Artikel kommen über definierte Schnittstellen. Bestellungen folgen bekannten Mustern. Retouren laufen kontrolliert zurück. Und das Lager reagiert automatisiert auf den tatsächlichen Bedarf. So entsteht Skalierung - nicht durch mehr Personal, sondern durch klare Strukturen und Automatisierung.
„Mit dem VS/4 haben wir unsere AutoStore-Anlage nicht nur technisch angebunden, sondern prozessual wirklich integriert. Entscheidend ist für uns, dass alle Abläufe - vom Artikelstamm bis zur Retoure - auf einer sauberen Datenbasis laufen. So können wir neue Fulfillment-Kunden anbinden, ohne jedes Mal bei null zu starten.“
Tomasz Stefanowski, Betriebsleiter Primus Versand GmbH
Was Sie daraus mitnehmen können
Nicht jedes Unternehmen braucht sofort eine AutoStore-Anlage. Aber jedes wachsende Handelsunternehmen braucht Transparenz, saubere Schnittstellen und ein System, das mitdenkt. Das Beispiel Primus zeigt: Automatisierung entfaltet ihren Nutzen erst dann vollständig, wenn das ERP den Takt vorgibt. Und wenn alle Beteiligten - vom Wareneingang bis zur Faktura - auf dieselben Daten schauen. Das VS/4 übernimmt dabei die Rolle des Dirigenten. Unauffällig, aber entscheidend.
Highlights
Durchgängige Steuerung von AutoStore, Wareneingang und Fulfillment über das D&G-Versandhaus-System VS/4
Saubere Schnittstellen für Artikelstammdaten und Lieferantenanmeldungen
Kontrollierte Sperrlager-Logik für Wareneingang und Retouren
Schnelle Gutschriften durch sofortige Retouren- verbuchung
Skalierbares Fulfillment-Modul für externe Auftraggeber
Möchten Sie mehr erfahren?
Kontaktieren Sie uns über unser Kontaktformular oder sprechen Sie mit einem unserer Experten.
Wir helfen Ihnen gerne weiter.