Scannergestützte Logistik
Zweimal dünn, einmal dick, einen mitteldicken, vier sehr dünne und dann wieder einen ganz dicken Balken…
Als der erste Barcode (engl. „Bar“ = Strich oder Balken) vor über 60 Jahren von dem US-Amerikaner Norman Joseph Woodland entwickelt wurde, war sicher noch nicht abzusehen, welche ungeahnten Möglichkeiten sich durch den Druck von ein paar Linien auf einem Stück Papier, einer Taschentuchpackung oder einer Konservendose ergeben würden.
Ein Barcode steht nicht für die Verschlüsselung von Daten – er stellt die Abbildung von Daten in binären Symbolen dar. Diese binären Symbole wiederum können von „Scannern“ gelesen, erfasst und dann in nachgelagerten Systemen verarbeitet werden.
Heute ist der Bar- oder Strichcode nicht mehr wegzudenken. Sei es als Zielcode auf Briefsendungen oder als futuristisch anmutender 2-D-Barcode der mit optoelektronischen Sensoren gelesen wird, die sogar in Mobiltelefonen integriert werden. Aber auch im Warengeschäft ist der Barcode auf jedem Produkt entweder direkt oder auf dem Etikett der Ware aufgedruckt. So ist er eine Unterstützung für jede Art der Warenbewegung – sei es beim Wareneingang, der Inventur oder dem Kassiervorgang.
Präzision und Geschwindigkeit sind seine hervorstechenden Eigenschaften. Zum Beispiel zum Verhindern von Falscherfassungen, sofern der richtige Barcode auf dem richtigen Produkt angebracht ist. Oder in atemberaubender Geschwindigkeit, beim Kassiervorgang.
Auch die rasante Entwicklung mobiler Datenerfassungsgeräte im Hinblick auf Stoss- und Sturzfestigkeit, Wasserdichte und Erkennungsqualität ermöglichen einen problemlosen Einsatz. Und nicht zu vergessen die plug and play Integration per W-LAN, Bluetooth für den Anschluss mobiler Drucker oder auch die Telefonfunktion per VoIP – lassen kaum noch Wünsche offen.
Bedingt durch diese Leistungs- und Funktionsvielfalt gibt es in der modernen Logistik eigentlich keinen Vorgang mehr, der nicht mittels Barcodeunterstützung abgedeckt werden kann bzw. bereits abgedeckt wird. Angefangen von der Inventuraufnahme bis hin zur vollständigen Abbildung sämtlicher Kommissionierschritte, Wareneingang, Umlagerung und dem Picken.
Doch nicht alle diese Bereiche sind gleich hoch für eine Prozessoptimierung einzuschätzen. Unstrittig sind die Prozesse Inventur und Wareneingang, bei denen sich der Scanner-Einsatz förmlich aufzwingt.
Mit einer Warenwirtschaft im Hintergrund, die genau auf die Anforderungen eines schnellen Wareneingangs abgestimmt ist, bleibt als Grundvorrausetzung neben leistungsfähigen Scannern die Auszeichnung der Ware mit Barcodes. Dabei sollte es keine Rolle spielen mit welchem Barcodetyp (EAN, UPC, ISBN etc) die Ware ausgezeichnet ist. Um einen optimalen Ablauf zu garantieren ist es zwingend erforderlich, bei den Produkten mehrere Barcodetypen in der Warenwirtschaft hinterlegen zu können. Nur so sind Sie in der Lage, die Produkte auch über unterschiedliche Barcodes zu identifizieren.
Bei der Aufnahme der Ware sollte der Lagermitarbeiter sich nicht darum kümmern müssen, welcher Bestellung die angelieferte Ware zuzuordnen ist. Nehmen Sie zum Beispiel an, dass Ihr Lieferant mehrere Bestellungen gleichzeitig anliefert. Nicht selten werden dann auf einem Lieferschein alle Positionen zusammengefasst, die aber eigentlich aus unterschiedlichen Bestellungen stammen. Daraus ergibt sich die Forderung nach der KISS-Methode (keep it simpel and stupid). Der Lagerarbeiter muss in die Lage versetzt werden, die Ware durch clevere Zusatzfunktionen schnell und effizient zu qualifizieren und aufzunehmen. Auch die Anzeige der Artikelbilder, die den Abgleich zwischen Wunsch und Wirklichkeit aufzeigen, unterstützen hierbei. Zudem ist es wünschenswert, für die Einlagerung wichtige Informationen, die der Einkäufer dem Artikel zugeordnet hat, anzuzeigen. Somit ist der Lagerarbeiter in der Lage, sofort und ohne Umwege die hinterlegten Anweisungen bspw. „Artikel muss imprägniert werden“ zu befolgen und in die Wege zu leiten.
Nach dem Scannen des Barcodes wird automatisch nach dem „FiFo-Prinizp“ in allen noch offenen Bestellungen der Artikel gesucht. Zusätzlich werden neben der jeweiligen Bestellnummer auch die noch offenen Bestellmengen übergeben und der Artikel kann dieser Bestellung – oder einer anderen noch offenen Bestellung zugebucht werden. Ebenso werden auch die Artikel besonders hervorgehoben, die nicht in einer Bestellung zu finden sind. Mit Eingabe oder Bestätigung der gelieferten Menge steht die Funktion erneut wieder für den nächsten Artikel zur Verfügung. Einfach, schnell und fehlerfrei.
Fazit
Der Einsatz eines Scanners in der Logistik sollte individuell pro Prozess entschieden werden. Nicht in jedem Bereich oder Teilschritt ergeben sich messbare Vorteile, die den Einsatz dieser Technik wirtschaftlich vertretbar erscheinen lassen.
Der Wareneingang jedoch ist einer der Prozesse, bei denen durch den Einsatz einer scannergestützten Lösung mit wenig Aufwand ein deutlicher Zugewinn an Geschwindigkeit und Fehlerfreiheit erreicht werden kann.
Gepaart mit interessanten Zusatzfeatures, die z.B. eine Identifikation des Artikels vereinfachen, steht die Ware schneller für die Bestandszubuchung und damit für die optimale Lieferverfügbarkeit zur Verfügung.





