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Das Auge kauft mit!


Schon vor Jahren haben Versender sich auf die Möglichkeiten gestürzt, ihre Kataloge mit Hilfe von Augen-Kameras auswerten zu lassen. Im stationären Einzelhandel wurden Heerscharen von Marketingprofis im Galopp durch die Gänge getrieben, um das Kunden- und damit Kaufverhalten nachzustellen und selbst Automobilfachzeitschriften testen durch geschickte Befragung, ob Werbeanzeigen nicht nur vom Leser wahrgenommen, sondern einladend und reizvoll gestaltet wurden.

All diese Ergebnisse fließen i.d.R. in die kontinuierliche Weiterentwicklung der Marketingkonzeption ein und sind Teil einer - oftmals langfristigen  - Strategie, um den Kunden gezielt und vor allem – emotional anzusprechen. Verpackungen werden immer wieder optisch so verändert, dass man geneigt ist den Inhalt zu entsorgen, aber die Schachtel unter dem Kissen aufzuheben. Lebensmittelfotografen betreiben einen hohen Aufwand und behelfen sich sogar mit Erdöl, um Schokoladensoße zu imitieren. Kataloge werden mit Lifestyle-Motiven gefüllt und Firmenlogos werden regelmäßig optisch der neuen Zeit angepasst.

Ähnliche Regeln gelten auch für den Internetauftritt: Er sollte immer wieder überprüft werden, ob er noch wirklich „up to date“ ist. Denn nicht nur die Bedürfnisse vom Kunden verändern sich, sondern auch die Technologie. Was vor einigen Jahren noch aufwändig und kompliziert zu implementieren war, kann heute vielleicht mit kleinem Aufwand in den Shop eingebunden werden. Themen, wie die Auflösung vom Bildschirm beim Besucher, Browserkompabilität oder gar lange Ladezeiten, da der Kunde noch ein 56k-Modem besitzen könnte, dürften heute nun wirklich keine Rolle mehr spielen.

Doch so mancher Auftritt erinnert noch immer an die Anfangsjahre des Internets:

Grell blinkende Werbebanner in Gif-Animationsqualität, unterschiedlichste Zeichensätze, teilweise noch in wilden Farben, pixelige Produktbilder in unterschiedlichsten Größen und unnötige und langwierige Klick-Szenarien, bis man sich zum Produkt – und im besten Fall durch den Checkout-Prozess gehangelt hat.

Das Ganze hat ungefähr dieselbe Qualität, als würden Filialen mit Billig-Regalen ausgestattet werden, die im Lager durchaus einsetzbar sind. Das mag für einen Baumarkt noch passend sein, für einen Kunden, dessen Wünsche und Bedürfnisse durch ein zeitgemäßes Ambiente geweckt werden sollen, wirkt eine solche Umgebung eher ausladend und wenig inspirierend.

Händler, die den Multi-Channel-Gedanken wirklich verstanden haben, setzen daher nur in Ausnahmefällen auf „Wiederverwertung“ ihres Contents und haben ihre Organisation so umstrukturiert, dass die Werbe- und Marketingmaßnahmen zwar inhaltlich zueinander passen, aber für jeden Kanal designtechnisch so aufbereitet werden, dass es „wertig“ und stimmig wirkt. Produktbilder, die speziell für den Einsatz im Web gestaltet werden, sollten inzwischen zum Standard gehören.

Wer wirklich „mittendrin statt nur dabei“ sein will, darf diesen Aufwand nicht scheuen. Ohne eine ansprechende Verkaufsplattform, wird es auch jedes noch so innovative Produkt schwer haben, erfolgreich zu werden. Und der Händler bekommt gar nicht erst die Chance, seine Kompetenz im Service oder der Abwicklung unter Beweis zu stellen. Ein Internetauftritt ist das Schaufenster des Händlers, seine Visitenkarte. Ein moderner Shop strahlt Kompetenz aus und der Besucher baut automatisch eine andere Beziehung zum Unternehmen auf. Er ist auch ein Beweis dafür, dass man sich um den Kunden bemüht.

Nur wer die Erfolgsfaktoren Emotion, Innovation und Präzision systematisch in seine tägliche Arbeit am Kunden integriert, wird auch langfristig erfolgreich sein.

Ein professioneller Lösungsanbieter sollte (und kann) Sie beraten – und zwar ehrlich und schonungslos – um dann gemeinsam mit Ihnen ein Design-Konzept zu entwickeln. Dieses muss optimal auf Ihr Sortiment und Ihre Zielgruppe im Web abgestimmt werden. Er kann Ihnen aber auch sagen, was bei anderen Kunden – oder gar im Markt gerade en vogue ist, was wirklich im Web funktioniert, worauf geachtet werden sollte und was unnötige Spielerei ist.

Und dabei geht es nicht zwingend um den Einsatz von noch mehr Twitter oder Blog-Applikationen im Shop, sondern um die Optik, Usability und neue Ansätze, seine Sortimente optimal präsentieren und verkaufen zu können.

Ein Relaunch in regelmäßigen Abständen wird immer wieder ein „Aha“-Erlebnis beim Kunden auslösen und muss nicht gleich Ihr Marketingbudget sprengen. Denken Sie nur an das „Facelifting“ im Automobilbereich. Auch hier wird das Fahrzeug regelmäßig aufgefrischt, um Funktionen erweitert und behutsam weiterentwickelt, ohne dass gleich eine neu entwickelte Bodengruppe zum Einsatz kommt. 

Ein gutes Design lädt zum Verweilen ein. Es animiert und inspiriert den Kunden dazu, emotionsgesteuert einen Kauf zu tätigen. Das eigentliche Produkt gerät dabei fast in den Hintergrund und am Ende wirkt sich das stimmige Gesamtkonzept so aus, wie die Flasche Wein im Urlaubsland. Dort getrunken schmeckt sie erstaunlicherweise immer besser, als zu Hause in Castrop-Rauxel.

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